Etliche haben gefragt warum wir schon wieder umgezogen sind. Eigentlich wollten wir im nächsten Rundbrief etwas ausführlicher darauf eingehen, aber da so viele gefragt haben, antworten wir euch jetzt schon mit dieser Mail. (dafür dann evtl. weniger im Rundbrief)

Hier eine kurze, und eine lange Antwort mit ausführlicher Erklärung für die, die mehr wissen wollen:

Kurz

Einer der Anlässe war, dass wir unserem Vermieter zuvorkommen wollten. Der hatte vor ein paar Monaten so ganz nebenbei erwähnt, dass er vielleicht demnächst sein Haus verkaufen wollte. Laut Mietvertrag, hätten wir dann nur 4 Wochen Zeit gehabt etwas Neues zu suchen und umzuziehen. Das wollten wir vermeiden.

So hatten wir nun gemütlich Zeit was Geeignetes zu finden und sind mit unserem neuen Platz auch sehr zufrieden. Wir sind in einer sehr ruhigen und abgeschlossenen „Vor-Senioren-Anlage“ gelandet für Leute ab 45. 🙂 Wir haben nun zwar ein Zimmer weniger (anstatt drei nur noch zwei Schlafzimmer, wovon wir eines als Büro nutzen), aber dafür ist das Haus etwas größer mit genügend Platz für ein paar Matratzen, falls uns jemand besuchen kommt.

Zweitens sind Haus- und Mietpreise gerade mal wieder sehr am Steigen wegen der Stadtflucht aus Vancouver und der Umzug ist für uns auf lange Sicht gesehen finanziell günstiger.

Lang

Diese lange Antwort ist sehr ausführlich und erklärt den Hintergrund, warum wir uns auf Anraten von Fachleuten entschlossen haben, das neue Haus diesmal nicht zu mieten, sondern zu kaufen. Da Deutschland mehr als andere Länder eine „Mieternation“ ist wo, im Gegensatz zu Nordamerika, Mieten häufig als „Vernünftiger“ angesehen wird als kaufen, denken wir, dass wir diese Entscheidung gerade auch für unsere Unterstützer aus Deutschland etwas näher erklären müssen.

Für uns hat der Kauf mehrere Vorteile. Zum einen kann uns niemand mehr innerhalb vier Wochen vor die Tür setzen, was hier in Kanada nicht selten vorkommt. Der Mieterschutz ist nicht vergleichbar mit Deutschland.

Einer der wichtigsten Gründe hat jedoch mit der Wirtschaft und dem verrückten Häuser- und Wohnungsmarkt hier zu tun. Haus- und Mietpreise steigen ständig wegen der Stadtflucht aus Vancouver. Das Haus in dem ich (Martin) als Kind in einem Vorort von Vancouver aufgewachsen bin ist laut Staatlichem Assessment Büro allein im Letzen Jahr um $120.000 gestiegen! (Meine Eltern hatten das Haus damals 1966 für $20.000 gekauft und 1970 für $30.000 verkauft. Heute ist es mit einem Wert von $826.200 gelistet.) In Vancouver selbst sind einige Häuser im vergangenen Jahr um bis zu 40% gestiegen!! Hier einige Links zum Thema aus jüngster Zeit: theglobeandmailcknwnews1130 Der verrückte Häusermarkt in der Vancouver Gegend hat mit ausländischen Investoren zu tun, hauptsächlich reiche Chinesen, die viele Kanadische Durchschnitts-Verdiener aus der Stadt verdrängen, was hier in den lokalen Nachrichten zum Dauerthema geworden ist. Die steigenden Hauspreise schlagen sich natürlich auch auf die Mieten um.

All das hat zur Folge, dass die Menschen aus der Stadt wegziehen und raus zu uns kommen, wo Häuser und Mieten noch erschwinglich sind. Wir sind etwa eine Autostunde östlich von Vancouver. Umso mehr Leute jedoch kommen, desto teurer wird es auch hier bei uns.

Um nicht dem Sog dieser Preisspirale zum Opfer zu fallen, haben wir uns deshalb entschlossen nicht mehr zu mieten, sondern ein Haus zu kaufen. Eine freundliche Bank hat uns alles so finanziert, dass unsere monatlichen Kosten nur geringfügig höher sind als beim Mieten. Somit sind wir nun nicht mehr von der absurden Preisentwicklung im Wohnungsmarkt abhängig und unsere finanzielle Situation ist für die nächsten paar Jahre stabil. Abbezahlen werden wir das Haus zwar nicht mehr in unserem Alter, aber wir verlieren unser Geld nicht mehr an einen Vermieter, sondern es bleibt uns erhalten, wenn wir in ein paar Jahren vielleicht weiterziehen und das Haus dann wieder verkaufen.

Wir freuen uns natürlich auch sehr, nun endlich mal wieder ein zu Hause zu haben das uns niemand mehr so schnell kündigen kann und das wir als Basis für unseren Dienst benutzen können. Kanada eignet sich nämlich sehr gut für unsere Übersetzerarbeit. Die Dawawa sind zwar immer noch weit weg, aber die Hutterer sind alle hier, und wenn Martin nach dem Hutterer-NT als Übersetzungs-Fachberater für den Nordamerika-Zweig tätig wird, dann ist Kanada ideal. Die meisten Indianer-sprachen an denen im Moment noch gearbeitet wird, sind weit oben im Norden Kanadas. Martin wurde auch wiederholt angefragt, bei CanIL angehende Übersetzer und Linguisten zu unterrichten, und das ist gerade mal 20 Minuten von uns entfernt. Zur Erklärung: CanIL steht für CANADA INSTITUTE OF LINGUISTICS. CanIL gehört zu Wycliff und ist der Fachbereich für Linguistik und Übersetzungstheorie an der Trinity Western University in Langley, wo Martin letztes Jahr seinen Master gemacht hat.

Wir hoffen, dass wir nun bis zur Rente in 2025/26 nicht mehr umziehen müssen, (vom regelmäßigen Heimataufenthalt mal abgesehen, aber das zählen wir nicht als Umzug). So der Herr will und wir leben wird dieses Haus in Abbotsford nun also unser Stützpunkt in Nordamerika von wo aus wir unsere Übersetzungsarbeit, sowie die Arbeit in der persönlichen Konfliktberatung tun werden. Wir werden beide voraussichtlich viel reisen, Martin zu den Sprachgruppen zu denen er als Fachberater gerufen wird und Beate wird weiterhin ihre Kurse in Kanada und den USA unterrichten.

Die nächste Umzugsmeldung kommt dann hoffentlich erst wieder in 2025 🙂

Erneuter Umzug

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